Im Sommer 1816 verbrachten vier junge englische Literatinnen und Literaten ihre Ferien am Genfer See. Sonne, Natur und Bootsfahrten hatten sie sich erhofft – stattdessen erlebten sie Kälte, Dauerregen und dunkle Himmel. Ursache war ein gewaltiger Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Sumbawa: Der Tambora hatte ein Jahr zuvor die Atmosphäre der Nordhalbkugel verdunkelt und weltweit Ernteausfälle, Hungersnöte, Epidemien und politische Unruhen ausgelöst. Das Jahr ging als „Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte ein.
Eingeschlossen in einer Villa am See begannen Lord Byron, Mary Shelley und ihre Begleiter, Schauergeschichten zu dichten und sich gegenseitig vorzulesen. Aus dieser außergewöhnlichen Situation entstand ein Gruselklassiker, der Literaturgeschichte schrieb: Frankenstein.
Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Naumann beleuchtet beim Wissens-Café die faszinierenden Zusammenhänge zwischen Klimakatastrophe, Zeitgeschichte und Literatur – und zeigt, wie aus einem verregneten Sommer ein weltbekannter Mythos wurde.
Das Wissens-Café findet am zweiten Donnerstag im Monat von 16:15-18:15 Uhr im Service-Zentrum des DRK, Hoheluftchaussee 145, Bushaltestelle Gärtnerstraße, statt.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
